Schadensersatz

Schadensersatz | Schmerzensgeld | Unfall | Verkehrsrecht

Haben Sie bei einem Unfall einen Körperschaden erlitten? Im Flugzeug, im Zug, auf einem Schiff, im Auto, mit dem Fahrrad, als Fußgänger oder etwa auf der Arbeitsstelle? Die psychische und physische Bewältigung einer solchen Verletzung erfordert regelmäßig so viel Kraft, dass wenig oder gar keine Energie bleibt, um eine gerechte Entschädigung und ein angemessenes Schmerzensgeld zu erstreiten. Wir nehmen Ihnen diese Last und setzen uns für Sie mit Schädigern, Versicherungen und Behörden auseinander, stellen mit Ihnen den rechtlich relevanten Sachverhalt zusammen, geben eine Einschätzung zur Schadenshöhe und zum Schmerzensgeld ab, führen Verhandlungen und beschreiten außergerichtliche Wege und streiten uns – wenn es erforderlich ist – für Sie vor Gericht.

Das machen wir für Sie:

Zuerst einmal lassen wir uns von Ihnen den Sachverhalt in den wesentlichen Zügen schildern und nehmen für Sie Einsicht in behördliche Unfallakten. Auf dieser Grundlage können wir eine erste Einschätzung Ihrer Ansprüche abgeben. Dann wenden wir uns an die Haftpflichtversicherung, die für den Schaden aufkommen muss, schildern ihr den Unfallverlauf und fordern einen ersten Vorschuss, damit Sie erst einmal die Ihnen bereits entstanden Kosten bezahlen können. Außerdem werden wir die Versicherung bitten, schon jetzt zu bestätigen, dass sie voll und ganz für den Schaden aufkommen wird.

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, informieren wir diese und holen eine Deckungszusage ein. Wenn Sie keine Rechtsschutzversicherung haben, dann fordern wir von der Haftpflichtversicherung auch für die Kosten einen Vorschuss, weil die Versicherung auch unsere Kosten tragen muss. (Zu den Kosten hier mehr).

Die Versicherung wird dann selbst den Sachverhalt weiter ermitteln. Sie wird Akteneinsicht bei der Polizei nehmen. Sie wird die Sie behandelnden Ärzte um Auskunft bitten, nachdem Sie die Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbunden haben. Sobald die Versicherung diese Unterlagen eingeholt hat, wird uns die Versicherung Kopien hiervon senden, weil wir die Versicherung zuvor hierum gebeten haben. Wenn feststeht, dass der Schädiger voll haftet, wird die Haftpflichtversicherung das frühzeitig bestätigen.

Wenn uns dann alle Unterlagen vorliegen, werden wir gegenüber der Versicherung ihre Ansprüche beziffern.

Diese Ansprüche können wir für Sie geltend machen:

Schmerzensgeld

Schmerzensgeld soll das Leid kompensieren, das Sie durch das schädigende Ereignis erlitten haben. Schmerzensgeld ist für Sie als Opfer eines Schadens immer die wichtigste Position, wenn sie Verletzungen erlitten haben, die nie mehr ganz heilen, oder wenn Sie zeitlebens an Folgen des Unfalls leiden werden, weil Sie natürlich lieber ohne die Schmerzen und Behinderungen leben würden, die Ihnen der Unfall gebracht hat. Da soll Ihnen wenigstens ein Geldbetrag zur Verfügung stehen, mit dem Sie sich Erleichterungen oder Ablenkungen von dem Leid verschaffen können.

Schmerzensgeld ist in Deutschland bis vor kurzem immer sehr niedrig bemessen worden. Allerdings sind die Schmerzensgeldbeträge in den letzten Jahren deutlich in den Fällen angestiegen, in denen die Unfallopfer schwere Verletzungen davon getragen haben oder in denen die bleibenden Schäden gravierend sind. Wir werden für Sie den Schmerzensgeldanspruch schon gegenüber der Versicherung ausführlich begründen. Damit können wir die Versicherungen häufig bewegen, realistische Schmerzensgeldbeträge zu zahlen, ohne dass wir ein Gericht bemühen müssen.

Wenn Sie mehr zum Schmerzensgeld wissen wollen, klicken Sie bitte hier.

Schadensersatz

Für den durch den Unfall erlittenen Schaden bekommen Sie Schadensersatz. Der Schädiger und seine Versicherung müssen alle ihre materiellen Schäden ausgleichen, die Sie durch den Unfall erlitten haben, also den Zustand herstellen, der bestünde, wenn sich der Unfall nicht ereignet hätte. Da man diesen Zustand leider in den meisten Fällen nicht wieder herstellen kann, können Sie Ersatz in Geld verlangen.

Diese Schadenspositionen können Sie fordern:

Sachschaden

Für alle Ihre Sachen, die durch den Unfall kaputt gegangen ist, muss die Versicherung aufkommen. Also etwa für das kaputte Auto oder Motorrad, die zerrissenen Kleider, die kaputte Brille und was alles sonst noch bei dem Unfall beschädigt oder zerstört wurde. Den Schaden am Fahrzeug kann man durch einen Gutachter feststellen lassen. Für Ihre übrigen Sachen sollten Sie Ihre Kaufbelege heraussuchen und, wenn Sie Belege nicht mehr haben, eine Aufstellung der zerstörten Gegenstände machen. Werfen Sie die beschädigten Gegenstände nicht weg und lassen Sie Ihr beim Unfall zerstörtes Fahrzeug nicht verschrotten, bis die Versicherung gezahlt hat. Insbesondere das zerstörte Fahrzeug kann für die Unfallrekonstruktion aber auch die Schadensbemessung noch wichtig sein.

Verdienstausfall (Erwerbsschaden, entgangener Gewinn)

Eine wichtige Position bei schweren Körperschäden ist der Verdienstausfall, den Sie möglicherweise erlitten haben. Denn wenn Sie lange Zeit krankgeschrieben sind, bekommen Sie als Angestellte/r nach sechs Wochen mit dem Krankengeld nicht mehr ihr volles Gehalt. Oder Sie können gar nicht mehr arbeiten, müssen den Arbeitsplatz aufgeben oder werden gekündigt. Oder Sie werden als Beamter in den vorläufigen Ruhestand versetzt. Oder Sie müssen als Selbständiger eine Ersatzkraft einstellen oder Sie haben einen Gewinnausfall, also entgangenen Gewinn. In allen diesen Fällen müssen der Schädiger und seine Versicherung soviel bezahlen, dass Sie am Ende das in der Tasche haben, was dort ohne den Unfall gewesen wäre.

Auch Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch auf Verdienstausfall, wenn sie später nicht arbeiten können. Das gilt auch, wenn sie Ihre Ausbildung oder Ihr Studium noch nicht beendet haben. Der Verdienstausfall bemisst sich dann nach dem, was sie im Erwachsenenalter oder nach Abschluss ihrer Ausbildung oder dem Studium verdient hätten, was natürlich nicht immer einfach festzustellen und zu begründen ist.

Aber auch wenn Sie für Ihre Familie den Haushalt geführt haben und das nicht mehr tun können, bekommen Sie Verdienstausfall, weil die Haushaltstätigkeit für andere dem Erwerbsberuf gleichsteht. Dieser Schaden wird oft mit dem Begriff Haushaltsführungsschaden versehen (Mehr zum Haushaltsführungsschaden finden Sie hier).

Um den Verdienstausfall, auch Erwerbsschaden genannt, gibt es oft Streit, weil das die Versicherung unter Umständen zwingt, über Jahre hinweg Zahlungen in Form einer Rente an Sie zu zahlen. Da kommt häufig ein sehr hoher Betrag zusammen, den die Versicherung natürlich gerne klein hält. Gerade wenn Sie noch nicht gearbeitet haben oder wenn Sie im Haushalt tätig waren, wird die Versicherung viele Argumente vorbringen, weshalb Sie keinen Verdienstausfall oder nur einen sehr geringen Verdienstausfall hatten. Die Berechnung ist auch deshalb schwierig, weil man steuerliche Vorteile berücksichtigen muss oder etwa eine Erwerbsminderungsrente.

Vermehrte Bedürfnisse (Mehrbedarfsschaden)

Vermehrte Bedürfnisse sind der Mehrbedarf, den Sie dadurch haben, dass Sie infolge der Verletzungen manches nicht mehr selbst tun können und das durch zusätzliche Hilfen ausgleichen müssen. Also etwa wenn Sie sich nicht mehr selbst waschen und duschen oder anziehen können. Dazu gehört auch der Teil der Haushaltstätigkeit, den Sie nicht für Ihre Angehörigen, sondern für sich selbst erbracht haben.

Für diese Art von vermehrten Bedürfnissen haben Sie Anspruch auf eine Rente, die für einen Zeitraum von drei Monaten im Voraus bezahlt werden muss. Die Rente bemisst sich nach den Kosten einer Hilfsperson, soweit hierfür nicht die Pflegeversicherung aufkommt. Wenn Ihre Familienangehörigen einspringen, dann kann man für deren geleistete Hilfe den Nettolohn einer (fiktiven) Hilfskraft ansetzen, auf die man verzichtet hat.

Mehrbedarf, der Ihnen ersetzt werden muss, ist aber auch ein behindertengerechter Umbau der Wohnung, der Umzug in eine behindertengerechte Wohnung oder die Umrüstung Ihres Fahrzeuges, aber auch alle die zusätzlichen Heil- und Hilfsmittel, auf die Sie infolge des Unfalles angewiesen sind.

Arzt- und Krankenhauskosten (Kosten der Heilbehandlung, Gesundheitsschaden)

Die Kosten für Ihre Heilbehandlung, also die Arztkosten und die Kosten der Behandlung im Krankenhaus, sind in der Regel durch Ihre Krankenversicherung abgedeckt. Diese wird sich dann aber ebenfalls an den Schädiger und dessen Versicherung wenden und die Behandlungskosten zurückfordern, weil insoweit Ihre Ansprüche kraft Gesetzes auf Ihre Krankenversicherung übergegangen sind. Das gilt übrigens auch für alle anderen Sozialversicherungsträger, also die Pflegeversicherung oder die Rentenversicherung oder das Arbeitsamt.

Es gibt aber auch Kosten, die die Krankenversicherung nicht trägt. Das fängt an bei den Zuzahlungen und geht bis zu notwendigen Leistungen, die nicht versichert sind. Zu den Heilbehandlungskosten gehören auch die Kosten für das Telefon in Ihrem Krankenhauszimmer. Auch dafür muss der Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherung aufkommen.

Zu dem Gesundheitsschaden, den Sie erlitten haben, gehören auch die Besuchskosten, also die Kosten naher Angehöriger für deren Besuch im Krankenhaus. Das sind in erster Linie die Fahrtkosten, aber auch die Kosten für das Parkhaus, unter Umständen aber auch Übernachtungskosten oder der Verdienstausfall Ihrer nahen Verwandten.

Schadensersatz und Schmerzensgeld im Todesfall

Ist ein naher Angehöriger bei dem Unfall getötet worden, dann müssen der Schädiger und seine Versicherung für den fehlenden Unterhalt aufkommen, den der ums Leben gekommene Angehörige erbracht hat. Das ist einmal der Barunterhalt, also das Geld, das der getötete Angehörige an seinen Ehepartner oder seine Kinder oder andere Angehörige gezahlt hat.

Der Schädiger muss aber auch Schadensersatz dafür leisten, dass der getötete Angehörige sich nicht mehr um seine Familie kümmern kann, also nicht mehr im Haushalt mithilft oder bei der Kindererziehung ausfällt. Das nennt man Betreuungsunterhaltsschaden.

Die Eltern getöteter Kinder können Ersatz der ihnen durch die schon älteren Kinder geleisteten entgangenen Dienste verlangen. Das nennt man Dienstleistungsschaden.

Schließlich sind auch die Beerdigungskosten zu ersetzen, selbst wenn diese später ohnehin einmal entstanden wären.

Diese Schadensersatzansprüche haben nicht das Unfallopfer, sondern die Angehörigen selbst als nur die mittelbar Geschädigten. Mittelbar Geschädigte haben im deutschen Recht ansonsten eine nur wenig geschützte Stellung.

So haben die Angehörigen selbst keinen eigenen Anspruch auf Schmerzensgeld. Für die Trauer und das Leid, das die Angehörigen erleiden, bekommen diese in der Regel nichts. Sie bekommen nur dann etwas, wenn Sie infolge des Unfalltodes des Familienmitglieds selbst einen Gesundheitsschaden erlitten haben. Diese Gesundheitsbeeinträchtigung muss aber gewaltig sein. Depressionen genügen nach Auffassung der obersten Richter nicht. Nur wenn sie durch den Unfalltod des Angehörigen einen so großen Schock erlitten haben, dass man schon von einer handfesten psychischen Krankheit sprechen kann, erhalten Sie ein eigenes Schmerzensgeld. Allerdings auch nur dann, wenn ein ganz enges Familienmitglied getötet wurde. Allerdings sind die Schmerzensgelder in den wenigen Fällen, in denen ein Schmerzensgeld wegen eines solchen Schockschadens zugesprochen wurde, nur sehr gering ausgefallen.

Was ist mit den Anwaltskosten?

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, dann trägt diese in der Regel die Anwaltskosten in voller Höhe. Sie müssen sich dann um die Kosten nicht kümmern und haben insoweit auch kein Risiko.

Wenn Sie nicht rechtsschutzversichert sind, dann sollten Sie sich trotzdem an einen im Schadenrecht versierten Rechtsanwalt wenden. Dessen Kosten müssen Sie auch in diesem Falle nicht fürchten. Denn die Rechtsanwaltskosten sind Teil Ihres Schadensersatzanspruches. Wenn der Gegner voll haftet, dann muss er Ihnen diese in voller Höhe erstatten und wenn eine Versicherung für den Schaden aufkommt, dann kann es Ihnen gleichgültig sein, ob der Schadensverursacher Geld hat oder nicht.

Wenn Sie allerdings ein Mitverschulden trifft oder wenn die Versicherung das behauptet, dann werden Ihnen nicht nur der eigentliche Schaden, sondern auch Ihre Anwaltskosten nur in Höhe des Prozentsatzes ersetzt, zu dem der Schädiger haftet.

Die Versicherung muss Ihnen die Rechtsanwaltskosten in Höhe der gesetzlichen Gebühren erstatten. Diese werden nach dem Gegenstandswert bemessen, den die von der Versicherung leisteten Zahlungen und anerkannten Ansprüche haben. Ihr Rechtsanwalt kann Ihnen dagegen die Gebühren nach dem Gegenstandswert dessen in Rechnung stellen, was Sie gefordert haben. Wenn die Versicherung weniger Schmerzensgeld oder weniger Schadensersatz bezahlt, haben Sie die Differenz selbst zu tragen.

Auch wenn Sie nicht rechtsschutzversichert sind, sollten Sie aber einen Rechtsanwalt beauftragen, der sich mit Schadensersatzforderungen auskennt. Denn bei der Schadensbemessung kann man viel verschenken. Die Versicherung wird Sie nicht darauf hinweisen, dass Sie etwas nicht gefordert haben, was Ihnen zusteht. In diesem Falle können Sie mit einem versierten Rechtsanwalt am Ende mehr in der Tasche haben als ohne, auch wenn Sie einen Teil seiner Kosten selbst tragen müssen.

Lassen Sie sich in jedem Falle erst einmal beraten. In einem ersten Beratungsgespräch können wir als Rechtsanwälte klären, ob und mit welchem Kostenrisiko Sie rechnen müssen und wie man dieses Risiko begrenzen kann. Das erste Beratungsgespräch kostet nicht viel und die Kosten werden auf die weiteren Anwaltskosten angerechnet, wenn Sie uns damit beauftragen, Ihre Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

Wenn die Haftpflichtversicherung gar nicht zahlt oder viel zu wenig und Sie klagen müssen, aber das erhebliche finanzielle Risiko eines Prozesses nicht tragen wollen oder nicht können, dann kann man sich an einen sogenannten Prozessfinanzier wenden. Dies sind Unternehmen, die für die von Ihnen zu tragenden Prozesskosten aufzukommen, wenn Sie sich dafür verpflichten, im Erfolgsfall einen Teil des Erlöses abzugeben. Auch mit Prozessfinanzierern haben wir Erfahrung.